(Elektro-)Fahrzeuge zur Nettolohn-Optimierung nutzen

Am Stau vorbei mit dem E-Bike und dabei noch etwas für die Gesundheit tun. Pendler, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sind meist im Vorteil. Und dieser Vorteil wird seit dem 01.01.2019 nun auch steuerlich gefördert. Nutzen Sie daher die steuerlichen Möglichkeiten bei der Überlassung von E-Bikes, Ladestationen & Co. an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Nettolohn-Optimierung.

Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern

Seit einigen Jahren ist das Dienstfahrrad dem Dienst-PKW steuerlich gleichgestellt. Das vom Arbeitgeber überlassene (Elektro-)Fahrrad kann daher zur Zurücklegen der Strecke zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte genutzt werden.

Darf das (Elektro-)Fahrrad auch privat genutzt werden, muss der private Nutzungsvorteil – wie beim PKW auch – versteuert werden. Die Versteuerung des privaten Nutzungsvorteils erfolgt nach der sogenannten „1%-Methode“. Es muss daher pauschal 1% des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Alternativ könnte auch ein Fahrtenbuch für das zur privaten Nutzung überlassene Fahrrad geführt werden.

Seit dem 01.01.2019 muss der private Nutzungsvorteil für die Überlassung eines (Elektro-)Fahrrads nicht mehr der Lohnsteuer unterworfen werden. Zudem ist die Überlassung sozialversicherungsfrei. Voraussetzung ist allerdings, dass die Überlassung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Eine sogenannte „Gehaltsumwandlung“ ist daher nicht von der Steuerfreiheit des § 3 Nr. 37 EStG erfasst. Die seit dem 01.01.2019 geltende Steuerbefreiung ist zunächst bis zum 31.12.2021 befristet (§ 52 Abs. 4 S. 7 EStG).

Überlässt ein Arbeitgeber daher an seinen Arbeitnehmer im Jahr 2019 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn ein E-Bike zum Bruttolistenpreis von 3.000 €, das auch privat genutzt werden darf, muss der Arbeitnehmer keinen geldwerten Vorteil versteuern. Trotz Steuerfreiheit kann der Arbeitnehmer jedoch die Entfernungspauschale ungekürzt in der Steuererklärung angeben.

Aber auch bei der Gehaltsumwandlung bestehen steuerliche Vorteile: Für die erstmalige Überlassung eines (Elektro-)Fahrrads ab dem 01.01.2019 muss nur der halbe Bruttolistenpreis als geldwerter Vorteil versteuert werden. In vorstehendem Beispiel müssten daher nur 0,5 % aus 3.000 €, also 15 € monatlich der Lohnsteuer und Sozialversicherung unterworfen werden.

Für alle Alt-Vereinbarungen, daher für Vereinbarungen, die vor dem 01.01.2019 abgeschlossen wurden, gelten die seit dem 01.01.2019 geltenden Regelungen leider nicht. Der Arbeitnehmer müsste in diesem Fall auch weiterhin 1 % aus 3.000 €, daher monatlich 30 € versteuern und in der Sozialversicherung verbeitragen.

Übernahme von (Elektro-)Fahrzeugen

Nach Ablauf der Leasingdauer können (Elektro-)Fahrzeuge meist günstig von der Leasinggesellschaft erworben werden. Bei der begünstigten Übernahme ist jedoch zu beachten, dass die Differenz zwischen Marktwert und (günstigem) Übernahmepreis als geldwerter Vorteil zu versteuern ist.

Erwirbt ein Arbeitnehmer beispielsweise nach Ablauf der Leasing-Festlaufzeit von 3 Jahren ein E-Bike zum Preis von 300 €, obwohl es noch einen Wert von 1.300 € hat, müssten 1.000 € als geldwerter Vorteil versteuert werden. Auf diesen Betrag hat der Arbeitgeber somit gemäß § 37b EStG pauschalierte Lohnsteuer in Höhe von 30 % abzuführen.

Trotz der Besteuerung kann sich das „Herauskaufen“ jedoch für den Arbeitnehmer lohnen: „Unter dem Strich“ bezahlt er ja lediglich 600 € (300 € Kaufpreis + 300 € pauschalierte Steuer) für das E-Bike.

Überlassung von Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen

Bei der Überlassung von Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen, die erstmals nach dem 31.12.2018 an Arbeitnehmer überlassen werden, müssen ebenfalls nur 0,5 % des Bruttolistenpreises als privater Nutzungsvorteil der Steuer und Sozialversicherung unterworfen werden (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Die Steuerbegünstigung gilt vorerst bis zum 31.12.2021.

Auch bei der Überlassung von Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen gelten in den Jahren 2019 bis 2021 somit zwei unterschiedliche Versteuerungsmethoden nebeneinander – je nachdem, ob das Fahrzeug erstmalig ab 2019 (dann 0,5 %-Regelung) oder schon bis zum 31.12.2018 an den Arbeitnehmer überlassen wurde (dann 1 % abzüglich Abschlag auf Basis Batterieladekapazität).

Wird einem Arbeitnehmer daher beispielsweise ein Elektro-Fahrzeug (Batteriekapazität 15 KWh, Bruttolistenpreis 50.000 €) überlassen, das er auch für private Fahrten nutzen darf, beträgt der monatlich zu versteuernde Nutzungsvorteil bei einer Überlassung ab dem 01.01.2019 lediglich 0,5 % aus 50.000 €, daher 250 €.

Wurde das Fahrzeug bereits 2018 überlassen, ist bei der Berechnung des Nutzungsvorteils grundsätzlich vom Bruttolistenpreis, also 50.000 € auszugehen. Hiervon ist dann der Abschlag für die Batterie, im Beispiel 15 KWh, somit 250 € x 15 KWh, daher 3.750 € in Abzug zu bringen. Von diesem verminderten Bruttolistenpreis in Höhe von 46.250 € sind sodann monatlich 1 %, somit 462 € zu versteuern.

Aufladen des Firmenwagens

Wird der elektrisch betriebene Firmenwagen beim Arbeitgeber aufgeladen, hat dies keine steuerliche Auswirkung. Trägt der Arbeitnehmer die Ladekosten selbst, können die diesbezüglichen Kosten als Auslagenersatz vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden.

Für die Jahre 2017 bis 2020 können die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Ladekosten auch pauschal ersetzt werden in Höhe von monatlich 20 € für Elektro- beziehungsweise 10 € für Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge. Nutzt der Arbeitnehmer eine eigene Ladestation, erhöhen sich die Pauschalen auf monatlich 50 € beziehungsweise 25 €.

Bitte beachten Sie, dass vorstehenden Informationen unverbindlich sind und eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen können.