Nutzen Sie die Sonder-Afa des § 7b EStG

Die Koalitionspartner hatten sich bereits im Jahr 2018 auf eine steuerliche Förderung des Mietwohnungsneubaus verständigt. Der Bundesrat hat dem Gesetzesentwurf am 28.06.2019 zugestimmt und damit den Weg für die Sonderabschreibung im Rahmen eines "neuen" § 7b EStG frei gemacht.

Leider kann die Steuerbegünstigung nur für Bauvorhaben geltend gemacht werden, die aufgrund eines nach dem 31.08.2018 und vor dem 01.01.2022 gestellten Bauantrag hergestellt worden sind. Soweit eine Baugenehmigung nicht erforderlich ist, wird auf das Datum der Bauanzeige abgestellt. Voraussetzung der Inanspruchnahme ist, dass neuer Wohnraum geschaffen und die zusätzlichen Wohnräume im Jahr der Anschaffung und in den folgenden neun Jahren zu Wohnzwecken fremdvermietet werden. Zudem dürfen die Baukosten den Betrag von 3.000,00 € pro Quadratmeter nicht überschreiten. Letzteres soll die Förderungen von sogenannten "Luxuswohnungen" unterbinden.

Die Sonderabschreibung gemäß § 7b EStG kann neben der regulären linearen Abschreibung in Höhe von jährlich 2 % in Anspruch genommen werden und beträgt 5 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sie wird über einen Zeitraum von vier Jahren gewährt. Dabei wird die Bemessungsgrundlage auf 2.000,00 € pro Quadratmeter beschränkt. 

Erbaut ein Steuerpflichtiger daher beispielsweise auf einem Grundstück, das ihm schon längere Zeit gehört, ein Mehrfamilienhaus mit 300 qm zum Preis von 840.000,00 € (2.800,00 € pro qm), das er zu Wohnzwecken vermietet, kann er in den ersten vier Jahren nachfolgende Abschreibung geltend machen:

Die Regelabschreibung beträgt jährlich 840.000,00 € x 2 % = 16.800,00 €. Hinzu kommt die neue Sonderabschreibung in Höhe von 300 qm x 2.000,00 € = 600.000,00 € x 4 % = 24.000,00 €. In den ersten Jahren können daher jeweils insgesamt 40.800,00 € abgeschrieben werden. 

Ab dem fünften Jahr reduziert sich die Abschreibung dann auf die Regelabschreibung in Höhe von jährlich 16.800,00 €.