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Fallstricke beim elektronischen Fahrtenbuch beachten!

Elektronische Fahrtenbücher werden mehr und mehr angeboten und versprechen eine angenehme Lösung, um schnell und einfach ein Fahrtenbuch zu führen. Damit ein elektronisches Fahrtenbuch aber von der Finanzverwaltung anerkannt wird, muss es ebenso laufend, lückenlos und fehlerfrei geführt werden wie das klassische Fahrtenbuch in Papierform. Dies ist bei elektronischen Lösungen nicht immer gewährleistet, wie ein aktuelles Urteil zeigt:

Im Streitfall verfügte der Dienstwagen des Klägers über eine sogenannte Telematiklösung inklusive der Funktion „elektronisches Fahrtenbuch“, mit welcher der Steuerpflichtige in wenigen Schritten ein elektronisches Fahrtenbuch erstellen konnte. Das Programm zeichnete aber nur Ort und Zeit des Beginns und Endes der Fahrt auf, nicht aber den Anlass der Fahrt oder die aufgesuchten Kunden und Geschäftspartner. Die Daten wurden somit von der Finanzverwaltung nicht anerkannt.

Was bringt das neue Forschungszulagengesetz?

Das Bundesfinanzministerium hat einen ersten Referentenentwurf für ein „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung“, kurz „Forschungszulagengesetz“, vorgelegt. Was bringt dieses Gesetz?

Der Entwurf sieht die Einführung einer steuerlichen Forschungszulage vor. Förderfähig sind Grundlagenforschung, industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Tätigkeiten

  • auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse abzielen,
  • auf nicht offensichtlichen Hypothesen beruhen und
  • zu brauchbaren Ergebnissen führen.

Unternehmer erhalten Zuschüsse auf lohnsteuerpflichtige Löhne und Gehälter für Arbeitnehmer, die an förderfähigen Vorhaben beteiligt sind. Die Forschungszulage soll steuerneutral ausgezahlt werden.

In Kraft: Vorabpauschale für Investmentfonds

Seit 1.1.2019 müssen Investmentfondsanleger eine Vorabpauschale zahlen, wenn ein Fonds aus Steuersicht keine oder keine ausreichend hohe Ausschüttung im Vorjahr vorgenommen hat.

  • Für die Berechnung der Vorabpauschale für 2019 wurde vom Bundesfinanzministerium ein Basiszins von 0,52 % festgelegt. Maßgeblich ist jeweils der Anteilswert zu Jahresbeginn.
  • Betroffen sind alle in- und ausländischen Investmentfonds, vorwiegend jedoch Anleger mit thesaurierenden Fonds.
  • Die Vorabpauschale bzw. die auf die Vorabpauschale zu entrichtende Abgeltungsteuer ist keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorauszahlung auf künftige Kapitalerträge.
  • Voraussetzung ist eine Wertsteigerung des Investmentanteils bis zum Jahresende um mindestens die Vorabpauschale. Bei einem Fondverlust fällt keine Vorabpauschale an.
  • Auch die tatsächlichen Fondsausschüttungen werden berücksichtigt, die endgültige Abgabenhöhe wird daher erst auf Basis der Jahresenddaten ermittelt.
  • Deutsche Depotbanken ziehen die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale jeweils am Jahresanfang für das jeweilige Vorjahr vom Verrechnungskonto des Fondsanlegers ab und führen sie an die Finanzverwaltung ab.

Wie wird die EU-Gutschein-Richtlinie umgesetzt?

Mit dem Jahressteuergesetz 2018 wurde die sogenannte Gutschein-Richtlinie in nationales Recht übernommen. Was ist bei der Umsatzsteuer zu beachten?

  • Ein Gutschein muss als vollständige oder teilweise Gegenleistung für Lieferungen oder sonstige Leistungen angenommen werden.
  • Auf dem Gutschein oder in damit zusammenhängenden Unterlagen sind der Liefergegenstand, die sonstige Leistung oder die Identität des leistenden Unternehmers sowie die Nutzungsbedingungen anzugeben.
  • Bei der Umsatzsteuer ist zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen zu unterscheiden.
  • Bei einem Einzweck-Gutschein liegen bereits bei der Ausstellung alle Informationen vor, um die Umsatzsteuer mit Sicherheit zu bestimmen. Die Umsatzbesteuerung erfolgt daher zum Zeitpunkt der Ausgabe bzw. Übertragung des Gutscheins.
  • Ein Mehrzweck-Gutschein liegt vor, wenn bei der Ausstellung nicht alle Informationen für eine zuverlässige Umsatzsteuerberechnung vorliegen. Die Umsatzsteuer wird bei dieser Gutscheinart daher erst zum Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistungserbringung fällig.

Neu: Steuerfreies Jobticket für Pendler

Jobticket, Dienstfahrrad und elektrisch angetriebene Dienstwagen: Das sind die Steuererleichterungen seit Jahresbeginn 2019:

  • Jobticket: Das Jobticket ist nun lohnsteuerfrei. Beachten Sie jedoch, dass die steuerfreien Leistungen auf die Entfernungspauschale anzurechnen sind.
  • Dienstfahrräder: Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads durch den Arbeitgeber ist ebenfalls steuerfrei, eine Versteuerung durch den Arbeitnehmer entfällt. Auch die private Nutzung der Elektroräder ist nun steuerfrei.
  • E-Dienstwagen nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 angeschafft: Für die Privatnutzung von Elektroautos und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen müssen Dienstwagennutzer nur 0,5 % anstatt 1 % des inländischen Listenpreises pro Kalendermonat versteuern.
  • E-Dienstwagen ab 2019 angeschafft: Der Minderungsbetrag für Batteriesystemkosten verringert sich auf 200,00 Euro pro Kilowatt-Stunde. Der maximale Minderungsbetrag ist mit 7.000,00 Euro festgesetzt.

Doppelte Haushaltsführung für zusammenlebende Ehegatten – ja oder nein?

Ist aus beruflichen Gründen eine doppelte Haushaltsführung notwendig, können die Kosten der Zweitwohnung bis zu maximal 1.000 Euro monatlich sowie Fahrtkosten für eine einmal pro Woche durchgeführte Familienheimfahrt als Werbungskosten geltend gemacht werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass am eigentlichen Wohnort, also nicht am Beschäftigungsort, ein eigener Hausstand geführt wird.

Das Finanzgericht Münster hat mit einem aktuellen Urteil entschieden, dass auch zusammenlebende Ehegatten mit Kind am Beschäftigungsort eine doppelte Haushaltsführung unterhalten können. Entscheidend hierfür ist, dass genügend Faktoren für die Beibehaltung des Lebensmittelpunktes im eigentlichen Wohnort sprechen. Im Streitfall befanden sich beispielsweise die Ärzte der gesamten Familie in der dortigen Umgebung. Zudem tätigten die Ehegatten nicht unerhebliche Investitionen in das Haus am eigentlichen Wohnort.

Welche Vorteile bringt das Baukindergeld?

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren können seit September 2018 Baukindergeld beantragen. Der Zuschuss beträgt 1.200 Euro pro Kind und Jahr und wird über zehn Jahre ausgezahlt. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 Euro pro Jahr zuzüglich 15.000 Euro pro Kind. Bei einem Kind beträgt somit das maximale zu versteuernde Einkommen 90.000 Euro.

Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?

Anträge nimmt ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die KFW, entgegen. Die Anträge können außerdem nur online gestellt werden unter der Webadresse: www.kfw.de.

Tipp: Das Baukindergeld wird rückwirkend ab 1.1.2018 gewährt. Voraussetzung hierfür ist eine Anschaffung von Neu- bzw. Bestandsimmobilien in der Zeit vom 1.1.2018 bis 31.12.2020.

Steuerförderung für den Mietwohnungsneubau geplant

Die Bundesregierung will den Neubau von Mietwohnungen durch steuerliche Anreize attraktiver gestalten. Das in 2018 beschlossene „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus“ sieht unter anderem Sonderabschreibungen vor. Diese sollen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren pro Jahr bis zu 5 Prozent betragen.

Welche Voraussetzungen gibt es unter anderem?

Die Sonderabschreibung ist beschränkt auf die Anschaffungskosten für Flächen, die fremden Wohnzwecken dienen. Aufwendungen für das Grundstück und für die Außenanlagen sind nicht förderfähig. Die Sonderabschreibung gilt ferner nur für Mietwohnungen im unteren und mittleren Mietpreissegment. (Bis zu 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche)

Mit dieser Kostenbegrenzung soll die Förderung von hochpreisigen Mietwohnungen verhindert werden.

Zeitliche Rahmenbedingung ist außerdem, dass der Bauantrag nach dem 31.8.2018 und vor dem 1.1.2022 gestellt wird.

Ist der Verkauf eines Arbeitszimmers steuerpflichtig?

Die Veräußerung einer selbst genutzten Wohnimmobilie ist laut aktueller Rechtsprechung steuerfrei.

Eine Ausnahme von dieser Regelung stellte bislang das häusliche Arbeitszimmer dar. Wurden für diesen Raum Werbungskosten abgesetzt, betrachtete die Finanzverwaltung das Arbeitszimmer als eigenständiges Wirtschaftsgut und unterwarf den anteiligen Veräußerungsgewinn der Einkommensteuerpflicht.

Das Finanzgericht Köln entschied jetzt anders! (Urteil vom 20.3.2018, 8 K 1160/15)

  • Das Arbeitszimmer im privaten Wohnbereich ist kein selbstständiges Wirtschaftsgut.
  • Es führt daher auch zu keiner anteiligen Besteuerung des Veräußerungsgewinns.
  • Urteilsbegründung: Eine Besteuerung steht im Wertungswiderspruch zum generellen Abzugsverbot von Aufwendungen oder Ausstattungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer.

Gegen dieses Urteil ist ein Revisionsverfahren anhängig.

Jahressteuergesetz 2018: Das sind die Neuerungen!

Im Umsatzsteuergesetz wird die sogenannte „Gutschein-Richtlinie“ in nationales Recht umgesetzt. Um den Zeitpunkt der Steuerentstehung zu bestimmen, wird künftig zwischen Wertgutscheinen, Waren- oder Sachgutscheinen und auch zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen unterschieden.

Betreiber elektronischer Marktplätze müssen Userdaten aufzeichnen, und zwar von Nutzern, für deren Umsätze eine Steuerpflicht in Deutschland in Betracht kommt. Mit der Einführung der Gefährdungshaftung sollen Marktplatzbetreiber künftig für nicht entrichtete Umsatzsteuer ihrer Kunden haften.

Der Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften wird neu geregelt. Aufgehoben wurde u. a. die bisherige Regelung, gemäß der ein Verlustvortrag einer Kapitalgesellschaft unter bestimmten Voraussetzungen gestrichen werden konnte. Die Aufhebung wurde für den Zeitraum 2008 bis 2015 festgelegt. Damit gilt die Vorschrift erst für schädliche Beteiligungserwerbe, die nach dem 31.12.2015 stattgefunden haben.

Neues Familienentlastungsgesetz kommt!

2019 soll das Familienentlastungsgesetz für eine Steuerentlastung von 9,7 Milliarden Euro sorgen:

  • Ab 1.7.2019 steigt das Kindergeld um 10,00 Euro pro Kind. In den nächsten Jahren sind weitere Erhöhungen geplant.
  • Ab 1.1.2019 wird der Kinderfreibetrag für jeden Elternteil auf 2.490,00 Euro, also insgesamt 4.980,00 Euro erhöht.
  • 2019 und 2020 wird der steuerliche Grundfreibetrag stufenweise angehoben. Gleichzeitig verschieben sich die Einkommensgrenzen für die einzelnen Progressionsstufen weiter nach rechts. Mit den Änderungen im Steuertarif wird ein weiterer Schritt zum Ausgleich der „kalten Progression“ vorgenommen.

Kosten für häusliches Arbeitszimmer – Werbungskostenabzug ja oder nein?

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können in voller Höhe als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. In allen sonstigen Fällen können bis zu 1.250 Euro steuerlich geltend gemacht werden, wenn für die Tätigkeiten ansonsten kein weiterer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Bislang war für den Steuerabzug unerheblich, in welchem Umfang das Arbeitszimmer als solches genutzt wird. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat hier nun neue Maßstäbe gesetzt und den Betriebsausgabenabzug für ein Arbeitszimmer bei nur geringfügiger betrieblicher Nutzung verneint. Entscheidend ist, wie oft das Zimmer privat und wie oft es betrieblich genutzt wird. Ist die berufliche Nutzung nur auf wenige Stunden im Jahr begrenzt, rechtfertigt schon eine nur vereinzelte private Nutzung die Verneinung des Betriebsausgaben- und Werbungskostenabzugs.