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Neue Pauschbeträge für einen Stromkostenersatz bei E-Dienstfahrzeugen

Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug als Firmenwagen und kann er dieses Fahrzeug auch privat nutzen, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die selbst getragenen Stromkosten steuer- und sozialversicherungsfrei ersetzen. Zur Vereinfachung lässt die Finanzverwaltung seit 2017 monatliche Pauschalen zu, die zum 1.1.2021 auf Grund der gestiegenen Stromkosten angehoben wurden:

  • Seit 1.1.2021 können für reine Elektrofahrzeuge pauschal 30,00 € anstatt bisher 20,00 € steuerfrei erstattet werden, wenn beim Arbeitgeber eine zusätzliche Lademöglichkeit gegeben ist.
  • Für Hybridelektrofahrzeuge gilt der halbe Pauschalbetrag von 15,00 € anstatt bisher 10,00 €.
  • Ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber können für reine Elektrofahrzeuge 70,00 € anstatt bisher 50,00 € steuerfrei erstattet werden.
  • Für Hybridfahrzeuge gelten auch hier die halben Pauschalbeträge.

Die niedrigeren Pauschsätze kommen ausschließlich dann zur Anwendung, wenn der Arbeitgeber eine ortsfeste Ladeeinrichtung auf seinem Firmengelände unterhält. Stromtankkarten, die das Aufladen bei einem Dritten ermöglichen, gelten daher in diesem Zusammenhang nicht als zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber.

Mindestlohn steigt auf 9,50 € – auch für Minijobber

Das Mindestlohngesetz regelt seit 2015 den gesetzlichen Mindestlohn pro Zeitstunde. Die Höhe des Mindestlohns wird jeweils per Verordnung von der Mindestlohnkommission festgesetzt. Für 2021 gilt Folgendes:

  • Der gesetzliche Mindestlohn wurde ab dem 1.1.2021 auf 9,50 € pro Zeitstunde angehoben.
  • Bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bzw. 174 Arbeitsstunden pro Monat (€ 9,50 Mindestlohn x 174 Arbeitsstunden = € 1.653,00) ergibt das einen Brutto-Monatslohn von mindestens 1.653,00 €.
  • Der Mindestlohn gilt auch für Minijobber. Für die Einhaltung der 450-Euro-Grenze muss die Arbeitszeit gegebenenfalls ab 2021 reduziert werden. Möglich wären danach (€ 9,50 Mindestlohn x 47,37 Stunden = € 450,00) maximal 47,37 Stunden im Monat.
  • Bei Minijobbern muss die maximale Arbeitszeit unbedingt im Arbeitsvertrag dokumentiert sein, ansonsten gilt nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz eine Arbeitszeit von 20 Wochenstunden. Unter Berücksichtigung des neuen Mindestlohns und bei 4,33 Wochen pro Monat wäre dann die 450-Euro-Grenze überschritten.

Welche Änderungen bringt das Jahressteuergesetz 2020?

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurden folgende Steuererleichterungen insbesondere für Arbeitnehmer verabschiedet:

  • Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten müssen und mangels räumlicher Voraussetzung keine Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen können, dürfen bereits rückwirkend ab 2020 und bis 31.12.2021 für jeden Homeoffice-Tag 5,00 €, höchstens 600 € im Jahr, als Werbungskosten verrechnen. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt. Hinweis: Es erfolgt eine Anrechnung der Homeoffice-Pauschale auf den Arbeitnehmerpauschbetrag (€ 1.000,00).
  • Die Steuerfreiheit des Corona-Bonus wird bis 30.6.2021 verlängert. Der Gesetzgeber räumt den Arbeitgebern damit mehr Zeit ein, den Beschäftigten einen steuerfreien Bonus von bis zu 1.500,00 € auszuzahlen. Wurde bereits 2020 ein Bonus in Höhe von 1.500,00 € ausgezahlt, darf im 1. Halbjahr 2021 nicht noch einmal ein Bonus ausbezahlt werden.
  • Die Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis in Form des Überweisungsbelegs wird ab 1.1.2021 von 200,00 € auf 300,00 € erhöht.
  • Steuerpflichtige können bereits im Rahmen der Veranlagung für 2019 einen vorläufigen Verlustrücktrag für 2020 geltend machen, der im Rahmen der Veranlagung 2020 geprüft wird. Erweist sich der tatsächliche Verlust als niedriger und sind Steuern nachzuzahlen, können die Finanzämter Zinsen auf die nachzuzahlenden Steuern festsetzen.
  • Arbeitnehmer können ab dem Veranlagungsjahr 2022 Sachbezüge in Höhe von 50,00 € steuerfrei vom Arbeitgeber erhalten.

Verkauf des Ferienwohnung-Inventars ist steuerfrei

Die Veräußerung vermieteter Immobilien löst im Regelfall eine Einkommensteuerpflicht aus, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt und ein entsprechender Veräußerungsgewinn angefallen ist. Strittig ist, ob der Wert der Einrichtungsgegenstände im Rahmen einer Kaufpreisaufteilung aus dem Veräußerungserlös herausgerechnet werden kann. Das Finanzgericht Münster hat dies nun für den Verkauf des Inventars von Ferienwohnungen bejaht: Laut Finanzgericht fällt die Wohnungseinrichtung unter Gegenstände des täglichen Gebrauchs und daher wird nur die Veräußerung der Wohnung als steuerpflichtig angesehen.

Steuerfreier Ladestrom für Mitarbeiter

Vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das Aufladen eines Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs sind steuerfrei. Dasselbe gilt auch für zur privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtungen. Voraussetzung ist, dass die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.

Das Bundesfinanzministerium ist nun näher auf die bis 31.12.2030 befristete Steuerbefreiung und weitere Steuervergünstigungen eingegangen: Arbeitnehmer können sich Auslagen für selbst getragenen Strom vom Arbeitgeber als Auslagenersatz steuerfrei erstatten lassen. Nicht begünstigt sind das Aufladen bei einer betriebsfremden Einrichtung, wie zum Beispiel einer Tankstelle, und das Aufladen in der privaten Garage.

Gewinnminimierung für das vergangene Wirtschaftsjahr 2020

Unternehmerinnen und Unternehmer haben verschiedene Möglichkeiten zur Gewinnminimierung. So zum Beispiel

  • die Aktivposten zu minimieren
    Hierzu müssen in erster Linie alle Abschreibungswahlrechte optimal ausgeschöpft werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter sollten noch in 2020 voll abgeschrieben werden.
  • die Schuldposten maximieren
    Spiegelbildlich zur Aktivaminimierung wird ein möglichst niedriger steuerpflichtiger Gewinn auch mit einer Maximierung der Passivseite der Bilanz erreicht. Hierzu sollte der Unternehmer für das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2020 noch alle möglichen Rückstellungen bilden.
  • eine degressive statt lineare AfA
    Statt der linearen kann eine degressive Abschreibung bis zum 2,5-Fachen (maximal 25 % pro Jahr) der linearen Abschreibung in Anspruch genommen werden.

Unternehmer aus dem Bekleidungshandel sollten außerdem an die Ladenhüterbewertung denken. Wir beraten Sie gerne!

Zweites Familienentlastungsgesetz: Wer bekommt wie viel Geld?

Im Rahmen des zweiten Familienentlastungsgesetzes sollen Familien gestärkt und die kalte Progression teilweise ausgeglichen werden. Folgende Gelder und Freibeträge sind vorgesehen:

  • Ab 1.1.2021 steigt das Kindergeld pro Kind und Monat um 15,00 Euro.
    • von € 204,00 auf € 219,00 für das erste und zweite Kind
    • von € 210,00 auf € 225,00 für das dritte Kind
    • von € 235,00 auf € 250,00 für das vierte und weitere Kind
  • Ebenso angehoben werden die Kinderfreibeträge, und zwar in Summe auf 8.388,00 Euro, wodurch sich auch eine Erhöhung der Freibeträge je Elternteil ergibt.
    • Kinderfreibetrag je Elternteil neu € 2.730,00
    • Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf je Elternteil neu € 1.464,00
  • Zum teilweisen Ausgleich der kalten Progression wird der Grundfreibetrag ab dem Veranlagungszeitraum 2021 von € 9.408,00 auf € 9.696,00 und nochmals ab 2022 von € 9.696,00 auf € 9.984,00 angehoben.
  • Außerdem werden die übrigen Eckwerte im Einkommensteuertarif für 2021 und 2022 nach rechts verschoben und die Einkommensgrenzen für Spitzensteuersatz und Reichensteuer erhöht.
    • Spitzensteuersatz ab € 57.919,00 (bisher € 57.052,00)
    • Reichensteuer ab € 274.613,00 (bisher € 270.501,00)

Kurzarbeitergeld: Wie werden Lohnzuschläge richtig berücksichtigt?

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes errechnet sich aus der Differenz zwischen

  • dem im jeweiligen Lohnabrechnungszeitraum im Normalfall anfallenden Bruttoarbeitsentgelt (Soll-Entgelt) und
  • dem infolge der Kurzarbeit tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt (Ist-Entgelt).

Was ist bei den Zuschlägen im Rahmen der Kurzarbeit zu beachten?

  • Lohnzuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit zählen zum Soll-Entgelt des Arbeitnehmers und erhöhen somit das Kurzarbeitergeld.
  • Für die Berechnung sind die bei Vollarbeit normalerweise anfallenden Zuschläge zu ermitteln.
  • Kann die Höhe der Zulagen oder Zuschläge nicht ermittelt werden, ist auf den vorangegangenen Abrechnungszeitraum abzustellen.

Sind Zuschläge steuerfrei und sozialversicherungsfrei?

  • Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind steuerfrei, wenn sie die gesetzlichen Höchstprozentsätze des Grundlohns nicht überschreiten:
    25 % für Nachtarbeit
    50 % für Sonntagsarbeit
    125 % für Arbeiten an gesetzlichen Feiertagen
  • Sozialversicherungsfrei sind diese Zuschläge nur, wenn der Grundlohn 25,00 Euro je Stunde nicht übersteigt. Daher kann es bei Kurzarbeitergeld trotz Steuerfreiheit zu sozialversicherungspflichtigen Bezügen kommen.

Welche Erleichterungen bringen das 1. und 2. Corona-Steuerhilfegesetz?

Im Rahmen des „Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise" werden Unternehmer und insbesondere Gastronomiebetriebe wie folgt unterstützt:

  • Senkung des Umsatzsteuersatzes für nach dem 30.6.2020 und vor dem 1.7.2021 erbrachte Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen von 19 % auf 7 % (ausgenommen Getränkeverkauf).
  • Zusätzlich wurden die Umsatzsteuersätze FÜR ALLE vom 1.7. bis zum 31.12.2020 von 19 % auf 16 % und von 7 % auf 5 % gesenkt.
  • Neben der beschlossenen Erhöhung des Kurzarbeitergeldes können Arbeitgeber steuerfreie Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld leisten. (Möglich für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 29.2.2020 beginnen und vor dem 1.1.2021 enden.)

Weiters sind folgende Erleichterungen für Unternehmer vorgesehen:

  • Befristete Einführung der degressiven Abschreibung (bis zum 2,5-fachen der linearen Afa, max. 25 %/Jahr)
  • Förderung der Elektromobilität durch Erhöhung des Bruttolistenpreises für die begünstigte Besteuerung des privaten Nutzungsanteils (neuer Höchstbetrag € 60.000,00)
  • Verlängerung der Reinvestitionszeiträume nach der Bildung von Rücklagen um ein Jahr
  • Erhöhung der Obergrenzen für einen Verlustrücktrag (neue Obergrenze: € 5 Mio. Einzelveranlagung bzw. € 10 Mio. Zusammenveranlagung)
  • Kürzung des für die Vorauszahlungen 2019 maßgeblichen Gesamtbetrags der Einkünfte um pauschal 30 % unter der Voraussetzung, dass die Vorauszahlungen für 2020 bereits auf null festgesetzt worden sind.

Absetzbarkeit des Arbeitszimmers während der Corona-Krise

Während der Corona-Krise wurde für viele Arbeitnehmer das zu Hause zum neuen Arbeitsplatz. Wie ist es hier um die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers bestellt?

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer lassen sich grundsätzlich nur dann steuerlich geltend machen, wenn für diese spezielle betriebliche oder berufliche Tätigkeit, welche in dem Arbeitszimmer verrichtet wird, kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Ist dies der Fall, können im Jahr maximal 1.250 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Ein Vollabzug aller Kosten ist nur dann möglich, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Ob eine durch die Corona-Krise hervorgerufene vorübergehende unfreiwillige Homeoffice-Tätigkeit dazu führt, ist fallweise zu prüfen. In jedem Fall ist aber für die Zeit, in der der Arbeitnehmer zu Hause arbeiten muss, ein Werbungskostenabzug von bis zu 1.250 Euro möglich – dies gilt auch bei nicht ganzjähriger Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers.

Steuerliche Behandlung von Corona-Sicherheitsinvestitionskosten

Unternehmern und Freiberuflern entstehen durch die Corona-Krise nicht selten zusätzliche Kosten für die Einhaltung neuer Hygiene- und Schutzvorschriften. So müssen beispielsweise Räumlichkeiten durch Plexiglasscheiben getrennt werden oder es müssen Schutzscheiben im Kassenbereich oder an Informationsschaltern installiert werden.

Wie sind diese Aufwendungen steuerlich zu behandeln?

  • Werden Schutzscheiben fest installiert, also verschraubt oder verklebt, sind die Aufwendungen im Regelfall als sofort abziehbare Betriebsausgaben zu verbuchen.
  • Werden Glastrennscheiben an der Decke installiert und hängen diese von oben frei herab, sind sie als eigenständige Wirtschaftsgüter zu betrachten und können im Regelfall als geringwertiges Wirtschaftsgut sofort abgeschrieben werden. Dies setzt allerdings voraus, dass die Anschaffungskosten pro Scheibe einen Nettobetrag von 800 Euro nicht übersteigen.

Unterstützung vom Finanzamt in der Corona-Krise

Von der Corona-Krise sind so gut wie alle Branchen betroffen. Die Finanzbehörden wollen daher Unternehmern und Freiberuflern bei Liquiditätsproblemen helfen.

Wie sieht diese Hilfe unter anderem aus?

  • Die Finanzbehörden gewähren Unternehmern, die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen sind, Steuerstundungen bis zum 31.12.2020. Dies gilt für Steuerforderungen, die im Zeitpunkt der Antragstellung bereits fällig sind oder fällig werden.
  • Steuerpflichtige können außerdem fällige Steuervorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer auf Antrag herabsetzen oder je nach Einzelsituation ganz aussetzen lassen. Dies gilt zunächst für bis zum 31.12.2020 fällige Steuervorauszahlungen.
  • Zudem dürfen die Finanzbehörden Anträge auf Steuerstundungen sowie auf Herabsetzung oder Aufhebung von Steuervorauszahlungen nicht deshalb ablehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Somit sind Antragsteller nicht gefordert, ihre finanziellen Schäden zu quantifizieren.