Steuernews-TV

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Doppelte Haushaltsführung: Was zählt zu den Unterkunftskosten?

Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort können als sogenannte Unterkunftskosten geltend gemacht werden, und zwar höchstens 1.000,00 Euro pro Monat (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Einkommensteuergesetz/EStG).

Welche Aufwendungen zu diesen Unterkunftskosten zählen, wird im Gesetz nicht näher bestimmt. Der Bundesfinanzhof hat nun in einem aktuellen Urteil 4.4.2019 (VI R 18/17) Folgendes entschieden:

  • Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsartikel können mit der Nutzung der Unterkunft nicht gleichgesetzt werden, zählen daher nicht zu den Unterkunftskosten und können darüber hinaus steuerlich geltend gemacht werden.
  • Die beschränkt abziehbaren Unterkunftskosten umfassen nur die Miete, die Nebenkosten, Kosten für Kfz-Stellplätze, Kosten für Gartensondernutzung oder Ähnliches.
  • Handelt es sich bei Einrichtung und Hausrat um geringwertige Wirtschaftsgüter, können die Aufwendungen nach den allgemeinen Regeln des Steuerrechts als Werbungskosten abgesetzt werden – entweder sofort oder verteilt über die Nutzungsdauer.

Weg frei für die Sonder-Afa bei Mietwohnungsneubau

Die Steuerförderung für Neubauten von Mietwohnungen (§ 7b Einkommensteuergesetz EStG) ist in Kraft. Was wird wie hoch gefördert?

  • Voraussetzung für die Sonder-Abschreibung ist, dass neuer Wohnraum geschaffen und dieser im Jahr der Anschaffung sowie in den folgenden neun Jahren fremdvermietet wird.
  • Die Steuerförderung kann für Bauvorhaben in Anspruch genommen werden, die nach dem 31.8.2018 begonnen haben und bis Ende des Jahres 2021 beginnen werden.
  • Förderfähig sind 2.000,00 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, wobei die Baukosten 3.000,00 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht überschreiten dürfen.
  • 5 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten können über einen Zeitraum von vier Jahren abgeschrieben werden.
  • Die Sonder-Afa erfolgt neben der regulären linearen Abschreibung von 2 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Gleitzone wird Übergangsbereich

Mit dem „Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung“ wurde die Gleitzone zu einem Übergangsbereich und damit auch die Entgeltspanne ausgeweitet. Seit 1.7.2019 gilt Folgendes:

  • Die Entgeltspanne erstreckt sich nun von 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro pro Monat (bisherige Gleitzonenspanne € 450,01 bis € 850,00). Maßgeblich ist das regelmäßige Arbeitsentgelt.
  • Arbeitnehmer mit einem Entgelt von 850,01 Euro bis 1.300,00 Euro profitieren von geringeren Sozialversicherungsbeiträgen. Beschäftigte in der bisherigen Gleitzonenspanne werden noch stärker entlastet.
  • Erwerbstätige im Übergangsbereich erhalten trotz der verminderten Rentenversicherungsbeiträge volle Rentenanwartschaften aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt.
  • Geringverdiener, die bislang auf die Gleitzone in der Rentenversicherung verzichtet haben, können die neuen Regelungen ab sofort in Anspruch nehmen.
  • Bisher ausgesprochene Verzichtserklärungen bezüglich der Anwendung der Gleitzone in der Rentenversicherung gelten seit 1.7.2019 nicht mehr, ausgenommen sind etwa Auszubildende, Praktikanten oder Teilnehmer an dualen Studiengängen.

Neu ist, dass Arbeitgeber zusätzlich zur reduzierten Bemessungsgrundlage für das beitragspflichtige Arbeitsentgelt gemäß neuer Berechnungsformel § 163 Abs. 10 SGB VI. nun auch das für die Rentenberechnung maßgebliche höhere Arbeitsentgelt melden müssen.

Ist eine kurzzeitige Vermietung steuerschädlich oder nicht?

Ausschließlich zu privaten Wohnzwecken genutzte Immobilien können stets steuerfrei veräußert werden. Dies gilt auch, wenn Immobilien zeitweise vermietet wurden, sofern die Immobilie wenigstens im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Kalenderjahren selbst genutzt worden ist.

War die Immobilie kurz vor der Veräußerung nur kurzzeitig vermietet, ist auch dies nicht steuerschädlich, wie das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem aktuellen Urteil feststellte. Die Eigennutzung muss nicht während der gesamten drei Kalenderjahre vorgelegen haben. Stattdessen genüge ein zusammenhängender Zeitraum der Eigennutzung über drei Kalenderjahre.

Achtung: Die Finanzverwaltung hat gegen dieses Urteil eine Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht. Damit ist es zwar noch nicht rechtskräftig. Steuerpflichtige können sich aber in ähnlichen Sachverhalten auf diesen Fall beziehen.

Fallstricke beim elektronischen Fahrtenbuch beachten!

Elektronische Fahrtenbücher werden mehr und mehr angeboten und versprechen eine angenehme Lösung, um schnell und einfach ein Fahrtenbuch zu führen. Damit ein elektronisches Fahrtenbuch aber von der Finanzverwaltung anerkannt wird, muss es ebenso laufend, lückenlos und fehlerfrei geführt werden wie das klassische Fahrtenbuch in Papierform. Dies ist bei elektronischen Lösungen nicht immer gewährleistet, wie ein aktuelles Urteil zeigt:

Im Streitfall verfügte der Dienstwagen des Klägers über eine sogenannte Telematiklösung inklusive der Funktion „elektronisches Fahrtenbuch“, mit welcher der Steuerpflichtige in wenigen Schritten ein elektronisches Fahrtenbuch erstellen konnte. Das Programm zeichnete aber nur Ort und Zeit des Beginns und Endes der Fahrt auf, nicht aber den Anlass der Fahrt oder die aufgesuchten Kunden und Geschäftspartner. Die Daten wurden somit von der Finanzverwaltung nicht anerkannt.

Was bringt das neue Forschungszulagengesetz?

Das Bundesfinanzministerium hat einen ersten Referentenentwurf für ein „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung“, kurz „Forschungszulagengesetz“, vorgelegt. Was bringt dieses Gesetz?

Der Entwurf sieht die Einführung einer steuerlichen Forschungszulage vor. Förderfähig sind Grundlagenforschung, industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Tätigkeiten

  • auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse abzielen,
  • auf nicht offensichtlichen Hypothesen beruhen und
  • zu brauchbaren Ergebnissen führen.

Unternehmer erhalten Zuschüsse auf lohnsteuerpflichtige Löhne und Gehälter für Arbeitnehmer, die an förderfähigen Vorhaben beteiligt sind. Die Forschungszulage soll steuerneutral ausgezahlt werden.

In Kraft: Vorabpauschale für Investmentfonds

Seit 1.1.2019 müssen Investmentfondsanleger eine Vorabpauschale zahlen, wenn ein Fonds aus Steuersicht keine oder keine ausreichend hohe Ausschüttung im Vorjahr vorgenommen hat.

  • Für die Berechnung der Vorabpauschale für 2019 wurde vom Bundesfinanzministerium ein Basiszins von 0,52 % festgelegt. Maßgeblich ist jeweils der Anteilswert zu Jahresbeginn.
  • Betroffen sind alle in- und ausländischen Investmentfonds, vorwiegend jedoch Anleger mit thesaurierenden Fonds.
  • Die Vorabpauschale bzw. die auf die Vorabpauschale zu entrichtende Abgeltungsteuer ist keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorauszahlung auf künftige Kapitalerträge.
  • Voraussetzung ist eine Wertsteigerung des Investmentanteils bis zum Jahresende um mindestens die Vorabpauschale. Bei einem Fondverlust fällt keine Vorabpauschale an.
  • Auch die tatsächlichen Fondsausschüttungen werden berücksichtigt, die endgültige Abgabenhöhe wird daher erst auf Basis der Jahresenddaten ermittelt.
  • Deutsche Depotbanken ziehen die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale jeweils am Jahresanfang für das jeweilige Vorjahr vom Verrechnungskonto des Fondsanlegers ab und führen sie an die Finanzverwaltung ab.

Wie wird die EU-Gutschein-Richtlinie umgesetzt?

Mit dem Jahressteuergesetz 2018 wurde die sogenannte Gutschein-Richtlinie in nationales Recht übernommen. Was ist bei der Umsatzsteuer zu beachten?

  • Ein Gutschein muss als vollständige oder teilweise Gegenleistung für Lieferungen oder sonstige Leistungen angenommen werden.
  • Auf dem Gutschein oder in damit zusammenhängenden Unterlagen sind der Liefergegenstand, die sonstige Leistung oder die Identität des leistenden Unternehmers sowie die Nutzungsbedingungen anzugeben.
  • Bei der Umsatzsteuer ist zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen zu unterscheiden.
  • Bei einem Einzweck-Gutschein liegen bereits bei der Ausstellung alle Informationen vor, um die Umsatzsteuer mit Sicherheit zu bestimmen. Die Umsatzbesteuerung erfolgt daher zum Zeitpunkt der Ausgabe bzw. Übertragung des Gutscheins.
  • Ein Mehrzweck-Gutschein liegt vor, wenn bei der Ausstellung nicht alle Informationen für eine zuverlässige Umsatzsteuerberechnung vorliegen. Die Umsatzsteuer wird bei dieser Gutscheinart daher erst zum Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistungserbringung fällig.

Neu: Steuerfreies Jobticket für Pendler

Jobticket, Dienstfahrrad und elektrisch angetriebene Dienstwagen: Das sind die Steuererleichterungen seit Jahresbeginn 2019:

  • Jobticket: Das Jobticket ist nun lohnsteuerfrei. Beachten Sie jedoch, dass die steuerfreien Leistungen auf die Entfernungspauschale anzurechnen sind.
  • Dienstfahrräder: Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads durch den Arbeitgeber ist ebenfalls steuerfrei, eine Versteuerung durch den Arbeitnehmer entfällt. Auch die private Nutzung der Elektroräder ist nun steuerfrei.
  • E-Dienstwagen nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 angeschafft: Für die Privatnutzung von Elektroautos und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen müssen Dienstwagennutzer nur 0,5 % anstatt 1 % des inländischen Listenpreises pro Kalendermonat versteuern.
  • E-Dienstwagen ab 2019 angeschafft: Der Minderungsbetrag für Batteriesystemkosten verringert sich auf 200,00 Euro pro Kilowatt-Stunde. Der maximale Minderungsbetrag ist mit 7.000,00 Euro festgesetzt.

Doppelte Haushaltsführung für zusammenlebende Ehegatten – ja oder nein?

Ist aus beruflichen Gründen eine doppelte Haushaltsführung notwendig, können die Kosten der Zweitwohnung bis zu maximal 1.000 Euro monatlich sowie Fahrtkosten für eine einmal pro Woche durchgeführte Familienheimfahrt als Werbungskosten geltend gemacht werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass am eigentlichen Wohnort, also nicht am Beschäftigungsort, ein eigener Hausstand geführt wird.

Das Finanzgericht Münster hat mit einem aktuellen Urteil entschieden, dass auch zusammenlebende Ehegatten mit Kind am Beschäftigungsort eine doppelte Haushaltsführung unterhalten können. Entscheidend hierfür ist, dass genügend Faktoren für die Beibehaltung des Lebensmittelpunktes im eigentlichen Wohnort sprechen. Im Streitfall befanden sich beispielsweise die Ärzte der gesamten Familie in der dortigen Umgebung. Zudem tätigten die Ehegatten nicht unerhebliche Investitionen in das Haus am eigentlichen Wohnort.

Welche Vorteile bringt das Baukindergeld?

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren können seit September 2018 Baukindergeld beantragen. Der Zuschuss beträgt 1.200 Euro pro Kind und Jahr und wird über zehn Jahre ausgezahlt. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 Euro pro Jahr zuzüglich 15.000 Euro pro Kind. Bei einem Kind beträgt somit das maximale zu versteuernde Einkommen 90.000 Euro.

Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?

Anträge nimmt ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die KFW, entgegen. Die Anträge können außerdem nur online gestellt werden unter der Webadresse: www.kfw.de.

Tipp: Das Baukindergeld wird rückwirkend ab 1.1.2018 gewährt. Voraussetzung hierfür ist eine Anschaffung von Neu- bzw. Bestandsimmobilien in der Zeit vom 1.1.2018 bis 31.12.2020.

Steuerförderung für den Mietwohnungsneubau geplant

Die Bundesregierung will den Neubau von Mietwohnungen durch steuerliche Anreize attraktiver gestalten. Das in 2018 beschlossene „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus“ sieht unter anderem Sonderabschreibungen vor. Diese sollen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren pro Jahr bis zu 5 Prozent betragen.

Welche Voraussetzungen gibt es unter anderem?

Die Sonderabschreibung ist beschränkt auf die Anschaffungskosten für Flächen, die fremden Wohnzwecken dienen. Aufwendungen für das Grundstück und für die Außenanlagen sind nicht förderfähig. Die Sonderabschreibung gilt ferner nur für Mietwohnungen im unteren und mittleren Mietpreissegment. (Bis zu 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche)

Mit dieser Kostenbegrenzung soll die Förderung von hochpreisigen Mietwohnungen verhindert werden.

Zeitliche Rahmenbedingung ist außerdem, dass der Bauantrag nach dem 31.8.2018 und vor dem 1.1.2022 gestellt wird.